Wie der Punk nach Stuttgart kam…

Wie der Punk nach Stuttgart kam...
Neues Projekt – Buch und Ausstellung 2017!

 

PUNK, NEW WAVE UND NEUE DEUTSCHE WELLE IN STUTTGART UND DER REGION (1978 – Mitte 80er)
Von 1978 bis circa 1985 entfaltete sich im Ballungsraum Stuttgart eine vielfältige Punk ’n’ Wave-Szene: Hardcore&Oi, Fun-Punk, minimalistischer Art-Punk, Frauen-Punk, Post-Punk, New Wave und schließlich die Neue Deutsche Welle. Die Punkszene traf sich auf dem Kleinen Schlossplatz, auf der Königstraße und im Unipark der Landeshauptstadt, auf den Flohmärkten, in den Plattenläden, in neu gestalteten Kneipen und Boutiquen, in besetzten Häusern, Galerien, auf schrillen Partys, den grellen Proberäumen und in den Kellern und Garagen der aufgeschreckten Eltern. Drei Akkorde, ein deutscher Bandname, eine kleine Verstärkeranlage, laute Instrumente, alles was Geräusche machte und provozierende Texte in deutscher Sprache: Fertig war die Punkband aus Schwaben!

Stefan Siller, Journalist des Südwestrundfunks (SWR), förderte mit seinen Sendungen Schlafrock und Point und seiner Konzertagentur „Paul-Musik“ die kreative Subkultur. Die Mausefalle, das Gustav-Siegle-Haus, das Künstlerhaus, die Jugendhäuser in der Region oder die Discotheken Easy, Boa und OZ boten die Bühnen für englische, deutsche und heimische Punk-und Wavegruppen. Die Jungs und Mädels bastelten mit Schere, Klebstoff, Zeitungsausschnitten und Kopierer dadaistisch angehauchte Zeitschriften, die sog. Fanzines und berichteten über ihre Erlebnisse in der Punkszene. Mit Sorgfalt und Liebe wurden Musikkassetten bespielt und gestaltet. Viele unbekannte Gruppen produzierten auf unabhängigen Labels Schallplatten in kleinen Auflagen.

Die Slogans „Do it yourself“, „no future“ und „no more heroes“ waren auch im „Ländle“ und in „Kaputtgart“ die schlagkräftigen
Antworten auf Langeweile, Zukunftsängste, linke Hippiekultur und konservatives Bürgertum.

Fotos, Texte, Comics, Zeitungsartikel, Covers, anarchistische Flugblätter, Plakate und zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen erzählen vom energiegeladenen Lebensgefühl und der provokativen Ästhetik der Punks und Waver.

Die beigefügte CD (oder Kassette oder Schallplatte mit Download-Code) enthält Musikbeispiele der Punk ’n’ Wave Bands von damals.

Zu Wort kommen zahlreiche Fans, Musiker sowie Graffiti-Sprüher, Hausbesetzer, Veranstalter, Club/Kneipenbetreiber, Produzenten und Herausgeber von Fanzines, Plattenlabels und Kassetten.

 

  • Das Buch:
    • mit mehr als 70 aktuellen Zeitzeugen-Interviews über: Punk-Ästhetik, Kassettenszene, Fanzineszene, musikalische Stile und Entwicklungen, Texte, Konzerte, Hausbesetzer, Szenetreffs, Studios und Schallplattenlabels…
    • unzähligen Bildern (Fotos, Plakate, Comics, Cover…)
    • und einer CD mit Bands aus Stuttgart und der Region
  • Die Ausstellung:
    ergänzend zu den, für den Raum aufbereiteten, Inhalten aus dem Buch sollen in der Ausstellung
    • audio-visuelle Inhalte
    • und Exponate wie Kleidung, Schmuck etc. in Szene gesetzt werden.
  • Der Autor: Simon Steiner
    Stuttgart, Jahrgang 1954, spielte in zahlreichen Popgruppen und veröffentlichte als Seminarschulrat in Büchern und Zeitschriften Artikel über Hippie- und Protestkultur. Arbeitsschwerpunk: Oral history in Alltags- und Mentalitätsgeschichte. Er schrieb 1981 seine Zulassungsarbeit zur ersten Staatsprüfung zum Thema „Jugend und Subkultur – die Punkbewegung“.

 

Foto: Michael Schill | Konrad und Jogi – Spinne, Unipark