„Der Letzte – Am Set“ – Pier Paolo Pasolini

Vor etwas mehr als 35 Jahren wurde am 2. November 1975 das Leben eines der originellsten Geister Italiens brutal ausgelöscht. Die Pier Paolo Pasolini gewidmete Retrospektive zeigt verschiedene Aspekte seiner vielseitigen Aktivitäten. Dabei wird deutlich, wie aktuell er mit der heutigen Gesellschaft verbunden war. Vom 6. bis 10. Juli gibt es eine Reihe von Vorträgen, eine Fotoausstellung, eine Installation mit Setfotografien von Salò oder die 120 Tage von Sodom, Theateraufführungen in deutsch und italienisch, Lesungen und Filme.

„Der Letzte – Am Set“ Waschstraße & Lesung Joe Bauer & Laura Conte, 451Filmtheater

Mittwoch 06. Juli 2011
17.00 Uhr:
Eröffnung der Fotoausstellung im Rathaus Stuttgart.

18.00 Uhr:
Vortrag L´ultimo Pasolini.
Universitätsbibliothek, Vortragssaal, Holzgartenstr. 16, Stuttgart

Der Vortrag befasst sich mit den letzten Jahren Pasolinis, den Jahren von Petrolio, von Salò oder die 120 Tage von Sodom sowie der Freibeuterschriften, über die Pasolini 1975 von Gideon Bachmann interviewt wurde. Als „letzten Pasolini“ soll man jedoch auch den heute gelesenen Pasolini verstehen, 35 Jahre nach seinem Tod und nach zahlreichen falschen oder wahren Ehrungen eines Mythos. Silvia De Laude ist zusammen mit Walter Siti Herausgeberin des Gesamtwerks Pasolinis in der Reihe Meridiani Mondadori (10 Bände, publiziert zwischen 1998 und 2005). 2005 betreute sie für Oscar Mondadori eine neue, kommentierte, schon mehrmals wieder aufgelegte Ausgabe von Petrolio. Neben ihrer Beschäftigung mit Pasolini hat sie Aufsätze über Alessandro Manzoni, Sandro Penna, Elsa Morante sowie über frühe Werke der italienischen Literatur. (Vortrag auf italienisch)

20.00 Uhr:
Ausstellungseröffnung Der Letzte – am Set.
Schauraum Waschstraße, Türlenstraße 2, Stuttgart

1975 drehte Pasolini seinen letzten und wohl umstrittensten Film Salò oder Die 120 Tage von Sodom. Der an das Buch Die 120 Tage von Sodom des Marquis de Sade angelehnte Werk besticht durch seine Erzählstruktur, die an Dantes Inferno erinnert.

Die von EDITIONrandgruppe konzipierte und gestaltete Ausstellung zeigt eine Auswahl aus den 40 am Set von „Salò“ entstandenen Schwarzweißaufnahmen von Deborah Imogen Beer, die auf eine sehr eindrucksvolle Weise in Szene gesetzt werden. Die Fotoinstallation wird von einer Musikcollage des Stuttgarter Künstlers Johannes Schlichting begleitet. Interviews mit Pasolini, der Schauspielerin Hélène Surgère und anderen Produktionsbeteiligten, Fragmente der Tonspur von ‚Salò‘ und eigene Musikzuspielungen werden zu einem akustischen Kommentar zu Film und Regisseur zu verwoben, der die Atmosphäre der Ausstellung zusätzlich verdichtet.

Die Engländerin Deborah Imogen Beer, lebte seit ihrem 21. Lebensjahr in Italien, wo sie als Filmfotografin u. a. für Fellini, Antonioni, De Sica und Bertolucci arbeitete. Zu Pasolini entwickelte sie eine besondere Beziehung und begleitete ihn fortan am Set seiner letzten Filme bis zu dessen Tod im Jahre 1975.

Gideon Bachmann, der im Lauf seiner langen Karriere als Filmjournalist und Chronist vielen Großen der Filmszene begegnet ist, ist in Deutschland geboren und in den USA aufgewachsen. Er  arbeitete zwischen 1961 und 1995 als Fotograf und Journalist in Italien. Heute lebt er in Karlsruhe. 1970 lernte er Deborah Beer kennen und heiratet sie. Aus dieser Verbindung ist eine sehr fruchtbare kreative Zusammenarbeit entstanden. Gideon Bachmann ist zur Ausstellungeröffnung anwesend.

21.00 Uhr:
Lesung aus Schriften und Gedanken Pasolinis.
451 Filmtheater, Türlenstraße 2
Zu Gast: Joe Bauer und Laura Conte.

Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.

 

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